Labor IT

Ohne Labor IT ist das Labormanagement heute nicht mehr denkbar. Denn der Umgang mit digitalen Daten in Laboren ist seit Jahrzehnten ein großes Thema. Zudem wird er durch den Fortschritt der Technologie und die entsprechend steigenden und angepassten Vorschriften der Gesundheitsbehörden ein immer wichtiger werdender Aspekt. In diesem Abschnitt sind einerseits die Entwicklung der Technologie über die letzten Jahrzehnte beleuchtet. Andererseits sind einige Systeme für ein digitales Daten Management in der pharmazeutischen Industrie vorgestellt.

Entwicklung der IT in den Anfangsjahren

Bereits in den 1970er Jahren hielten erste Großrechneranlagen Einzug in die pharmazeutische Industrie. Diese standen in zentralisierten Rechenzentren und enthielten die gesamten digitalen Daten der Firma. Dabei war damals die große Herausforderung für die Unternehmen der Umstieg von der papierbasierten Buchhaltung auf die neuen elektronischen Systeme. Zu Beginn wurden hauptsächlich buchhalterische Aufgaben sowie die Material- und Personal-Administration elektronisch abgewickelt. Dann kamen gegen Ende der 70er Jahren kerste Minicomputer und mit ihnen eine ganze Reihe an verschiedenen Software-Lieferanten auf den Markt, welche auch für mittelständige Unternehmen erschwinglich waren (Meyer et al., 2009).

Labor IT (LIMS)

Bild von mcmurryjulie auf Pixabay

Zu Beginn der 80er Jahre kamen die ersten elektronischen Zeichnungssysteme auf den Markt. Durch sie kam es zu einer enormen Produktivitätssteigerung in Bereich von Konstruktion und Design. Daneben wurden Programme entwickelt, welche zur Qualitätssicherung eingesetzt werden konnten und Hand in Hand damit Software, welche es möglich machte, statistische Prozesskontrollen durchzuführen. Bei all diesen Systemen handelte es sich jedoch noch um isolierte Lösungen, welche nur in einem spezifischen Bereich eingesetzt werden konnten (Meyer et al., 2009).

IT Entwicklungen seit 1990

Ende der 90er Jahre wurde der Bedarf an schnelleren und besseren Systemen immer grösser. Denn die erzeugten Daten sollten in Echtzeit verfügbar gemacht werden. Dazu hat man verschiedene einzelne Systeme zusammengeführt. So waren die Unternehmen nun in der Lage, in einem System auf verschiedene Informationen zugreifen zu können und diese weiterzuverarbeiten (Meyer et al., 2009).

Besonders im Bereich der Datenbanken gab es über die letzten Jahrzehnte einen großen Fortschritt. Denn wurden zu Beginn Insellösungen für jedes System verwendet, lassen sich heutzutage Standardformate einsetzen. Anstelle von Großrechnern verwendet man heute PC oder Server basierte Lösungen. Schließlich hat zu einer weiteren entscheidenden Entwicklung in den letzten Jahren das Internet beigetragen. Denn während die Daten früher über lokale Netzwerke (LAN) oder Weitverkehrsnetze (WAN) zu übertragen waren, hängen heute die Systeme im Firmennetzwerk. Und die Daten sind übers Internet oder virtuelle private Kommunikationsnetze (VPN) von überall erreichbar (Simon Wood, 2007).

Vom Manufacturing Execution System MES zur Labor IT

Bei einem Manufacturing Execution System (MES) handelt es sich um ein System, welches der Planung und Qualitätssicherung in einem Herstellprozess dient und welches dabei zur Produktionsoptimierung, Effizienz- und Qualitätssteigerung genutzt werden kann (Kletti, 2015).

Die heutigen MES sind modular aufgebaut. Dabei lassen sich die einzelnen Module in die drei Gruppen Fertigungsmanagement, Qualitätsmanagement und Personal zusammenfassen. Beispielsweise findet man unter der Gruppe Fertigungsmanagement folgende Module (Kletti, 2015):

  • Maschinendatenerfassung
  • Betriebsdatenerfassung
  • Fertigungsleitstand
  • Tracking & Tracing
  • Prozessdatenverarbeitung
  • Werkzeug- und Ressourcenmanagement
  • Direct Numeric control
  • Energiemanagement

Bei einem MES handelt es sich somit nicht um eine Sammlung von einzelnen Software-Komponenten, sondern um ein komplexes modular aufgebautes System. Dieses kann vom Kunden nach seinen eigenen spezifischen Anforderungen zusammengesetzt werden (Meyer et al., 2009). Damit ist die Voraussetzung zur Schaffung einer effizienten Labor IT geschaffen.

Lesen Sie im ebook von Martina Hufschmidt, welche Aspekte für die Nutzung der Labor IT von großer Bedeutung sind. Dabei lernen Sie auch die sogenannten LIMS kennen, ohne die das Labormanagement heute nicht mehr funktioniert.

ebook von Martina Hufschmid zur Labor IT

Quellen zum Text zur Labor IT und Hinweise zur Autorin

Kletti, J. (Ed.) (2015), MES – Manufacturing Execution System: Moderne Informationstechnologie unterstützt die Wertschöpfung, 2. Auflage, Springer Vieweg, Berlin, Heidelberg.

Meyer, H., Fuchs, F. and Thiel, K. (2009), Manufacturing execution systems: Optimal design, planning, and deployment, McGraw-Hill’s AccessEngineering, McGraw-Hill, New York.

Simon Wood (2007), “Comprehensive Laboratory Informatics: A Multilayer Approach”, American Laboratory.

Die Autorin dieses Textes Martina Hufschmid ist Absolventin des Studiengangs Labor- und Qualitätsmanagement (Master of Science), den die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes in Saarbrücken mit Unterstützung durch die Laborexperten des Unternehmens Klinkner & Partner anbietet.

Wenn Sie sich über das Studium informieren wollen, können Sie das sowohl auf https://studieren-master.de/labor-und-qualitaetsmanagement/ als auch auf der Webseite des Studienleiters Prof. Dr. Stefan Georg von der htw saar unter https://drstefangeorg.de/weiterbildungsangebot/labormanagement/ tun.

Bei Interesse erreichen Sie die Autorin Martina Hufschmid über ihr Profil bei LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/martina-hufschmid-1a7a5a114/